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Ingo Swann - Remote Viewing und Bewusstsein

  • 10. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit


Ingo Swan
Ingo Swan

Wenn wir heute über Remote Viewing sprechen, über Intuition, Wahrnehmung und die Grenzen des Messbaren, bewegen wir uns schnell in einem Spannungsfeld zwischen Faszination, Skepsis und Projektion. Gerade deshalb lohnt ein ruhiger, historisch sauberer Blick auf eine der zentralen Figuren dieses Feldes: Ingo Swann.

Nicht, um ihn zu glorifizieren. Sondern um zu verstehen, was tatsächlich stattgefunden hat, warum staatliche Stellen sich zeitweise ernsthaft mit diesen Fragen beschäftigt haben – und weshalb daraus bis heute ein Markt entstanden ist.


Wahrnehmung jenseits des Gewohnten – aber mit Struktur

Ingo Swann war kein Geheimdienstoffizier, kein spiritueller Lehrer und kein „Channel“. Er war ausgebildeter Künstler, geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, inneren Bildern und Bewusstseinsprozessen. Genau diese Kombination – Sensibilität und analytisches Denken – machte ihn für Forscher interessant.

Anfang der 1970er-Jahre kam Swann an das Stanford Research Institute (SRI) in Menlo Park. Dort arbeiteten Physiker wie Harold Puthoff und Russell Targ an der Frage, ob und wie sich menschliche Wahrnehmung unter kontrollierten Bedingungen untersuchen lässt – auch jenseits klassischer Sinneskanäle.

Swanns entscheidender Beitrag lag nicht in spektakulären Behauptungen, sondern in etwas sehr Bodenständigem: Struktur. Er half dabei, Wahrnehmung in klaren Schritten zu erfassen, Eindrücke von Deutungen zu trennen und Abläufe zu entwickeln, die wiederholbar und trainierbar waren. Daraus entstand das, was später als Controlled Remote Viewing (CRV) bekannt wurde.


Staatliche Programme und freigegebene Dokumente

Dass diese Arbeit nicht im luftleeren Raum stattfand, zeigen die später nach dem Freedom of Information Act (FOIA) freigegebenen Unterlagen. Über verschiedene Programme – darunter SCANATE, GRILL FLAME, SUN STREAK und schließlich STARGATE – finanzierten US-Behörden über Jahre hinweg Forschung zu Remote Viewing.

Die inzwischen öffentlich zugänglichen Dokumente (CIA/DIA Reading Rooms) belegen nüchtern:

  • Ingo Swann war als zentraler Proband und Trainer geführt

  • es existierten standardisierte Protokolle und Ausbildungsansätze

  • Bewertungen waren sachlich, teils skeptisch, teils pragmatisch

  • die Programme wurden über lange Zeit weitergeführt

Wichtig ist die klare Grenze:Diese Dokumente beweisen nicht, dass Remote Viewing im naturwissenschaftlichen Sinne „funktioniert“. Sie belegen jedoch, dass Swanns Arbeit als operationalisierbar und untersuchenswert eingeschätzt wurde – und genau das ist historisch relevant.

Quellen (Auswahl):


Das eigentliche Vermächtnis: Methodik statt Mythos

Was von Ingo Swann bleibt, ist weniger eine Antwort als eine Haltung. Er bestand darauf, dass außergewöhnliche Wahrnehmung nicht romantisiert, sondern trainiert, protokolliert und kritisch reflektiert werden müsse.

Gerade dadurch wurde CRV für viele Menschen attraktiv: als lernbarer Prozess, nicht als Gabe. Und genau hier liegt der Ursprung des heutigen Marktes für Remote-Viewing-Ausbildungen.


Remote Viewing heute: Markt, Angebote und Realität

Heute gibt es weltweit eine Vielzahl von Trainings, Kursen und Schulen, die sich auf Swann und CRV berufen. Einige sind community-nah organisiert, andere klar kommerziell. Die International Remote Viewing Association (IRVA) fungiert dabei als internationales Netzwerk, das Austausch, Bibliografien und Veranstaltungen bündelt. Daneben existieren zahlreiche private Anbieter mit mehrstufigen Curricula, Zertifikaten und Coachings.

Auch im deutschsprachigen Raum finden sich entsprechende Angebote, etwa die Remote Viewing School in Österreich, die strukturierte Online-Ausbildungen vermarktet. Solche Angebote sind legitim – solange klar bleibt, was sie sind: Trainingsmodelle und Erfahrungsräume, keine garantierten Fähigkeiten, keine Ersatzwissenschaft, keine Heilsysteme. Aus Sicht einer verantwortungsvollen Energiekultur ist genau hier die Grenze entscheidend: Remote Viewing als Experiment und Schulung der Wahrnehmung – nicht als Versprechen.


Eine pragmatische Haltung für heute

Wenn wir Ingo Swann ernst nehmen, dann nicht, indem wir ihn mystifizieren, sondern indem wir seine Nüchternheit übernehmen:

  • klare Protokolle statt vager Aussagen

  • Erfahrung statt Behauptung

  • Offenheit für Irrtum

  • saubere Trennung von Beobachtung und Interpretation

So bleibt das Thema anschlussfähig – auch für Menschen, die kritisch denken und dennoch offen forschen wollen.


Vertiefende Lektüre (Amazon-Empfehlungen)

Wer sich intensiver mit der Geschichte und den Hintergründen beschäftigen möchte, findet in Büchern den ruhigsten Einstieg. Die folgenden Titel eignen sich gut für eine sachliche Auseinandersetzung und lassen sich transparent über das Amazon-Partnerprogramm empfehlen:

  • Ingo Swann – Penetration Persönliche Reflexionen über seine Erfahrungen im Umfeld staatlicher Forschung.

  • Ingo Swann – Everybody’s Guide to Natural ESP Einblick in Swanns Denkweise und seinen methodischen Ansatz.

  • Russell Targ & Harold Puthoff – Mind-Reach Der klassische Bericht über die frühen SRI-Experimente.

  • Paul H. Smith – Reading the Enemy’s Mind Praxisnaher Blick auf militärisches Remote Viewing und Ausbildung.

  • Richard Wiseman – Paranormality Kritische Einordnung ungewöhnlicher Wahrnehmungsphänomene – wichtig für Balance.

(Hinweis: Affiliate-Links sollten klar gekennzeichnet werden.)


Abschließender Gedanke

Ingo Swann steht für eine Phase, in der selbst staatliche Institutionen bereit waren, ungewöhnliche Fragen ohne Zynismus, aber mit Disziplin zu untersuchen. Sein Erbe ist kein Beweis, sondern eine Einladung: Wahrnehmung ernst zu nehmen – ohne sie zu mystifizieren. Genau dort beginnt eine Energiekultur, die nicht spaltet, sondern verbindet: Erfahrung, Verantwortung und kritisches Denken.

 
 
 

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